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Willst du etwas fühlen?

Du willst dich ritzen, deine Haut verletzen, bluten. Du willst eine Klinge, einen Zirkel, eine Schere zücken und auf der Stelle glücklich werden. Du möchtest gehört werden, in den Arm genommen werden, du möchtest, dass die Lösung deiner Probleme vom Himmel fällt und du denkst, dass das die ultimative Lösung sein wird, dass dich das retten wird. Alles, was du dir damit erhoffst, wird nicht in Erfüllung gehen.

Schleichend wird sich dein Verhalten häufen und öfter vorkommen, du wirst im wahrsten Sinne des Wortes "verhaltensgestört". Ja, so kannst du dich jetzt nennen. Es wird dir höllisch weh tun, aber ein Indianer kennt ja keinen Schmerz und natürlich bist du glücklich, wie im Rausch. Kommt vom Adrenalin. Warum auch Bunjee-Jumping machen, wenn man sich mit einem Gegenstand massakrieren kann? Kann ja sonst keiner. Haha, denkste. Nach und nach werden deine Gedanken von Rasierklingen, Wunden und Schmerz eingenommen werden. Persönlichkeit? Tschüß.

Manchmal wird dir das Angst einjagen, du wirst Panik bekommen und dir schwören, dich nie wieder selbst zu verletzen. Ich hoffe, du hast auf nichts Wertvolles geschworen, weil du deinen Schwur jetzt brichst. Deine Gedanken sind unterdessen schon so gestört, dass du es nicht lange aushältst und wieder zur Klinge greifen wirst, um dir ein paar nette Wunden zuzufügen.

Deine Haut wird trocken und blass. Du wirst richtig käsig werden, aber das siehst du selbst wahrscheinlich nicht. Nein, du findest dich noch immer wunderschön, auch wenn dich deine Augenringe stören werden. Und ja, die wirst du bekommen. Du wirst müde werden, schläfrig und dein Appetit wird steigen. Ich hoffe, du warst unzufrieden mit deinem Gewicht, du wirst jetzt ein paar Kilo zunehmen, weil auch durch den ganzen Blutverlust dein Stoffwechsel sinkt. Richtig sexy, aber das wird unter deine langen weiten Kleidung eh keiner sehen. Die wirst du dir kaufen, obwohl du viel lieber andere Dinge tragen möchtest. Du wirst nie zufrieden mit deinem Outfit sein, aber Klamotten dienen nicht mehr der Ästhetik. Ab jetzt dienen sie dazu, dich und deine Verletzungen zu verstecken. Du wirst immer wieder verunsichert sein, jemand könnte unter deiner Kleidung den Verband sehen und zusammen zucken, wenn dich jemand berührt. Du wirst es hassen, berührt zu werden, obwohl du dich danach so gesehnt hast. Ja, du wirst sie alle abweisen. Alle, alle, alle. Und dann bist du allein. Ich hoffe doch, du hast auf soziale Kontakte und Körpernähe keinen Wert gelegt.


  Lächeln wird nicht mehr das sein, was dich ausmacht. Im Gegenteil. Deine Gefühle werden abstürzen, und zwar so richtig. Und du wirst niemanden finden, der dich versteht. Nein, niemand versteht dich, du bist ganz allein, alle sind gegen dich, Ist ja auch nicht so, dass du sie alle aus Scham und Angst von dir weg gestoßen hast. Aber keine Angst, niemand wird dich berühren und du wirst sie alle anlügen. Ein Teil wird genervt von deinem Gejammere sein, aber das waren eh keine Freunde. Jetzt merkst du erst richtig, wie es ist, allein zu sein. Vielleicht hast du ja einen Freund. Mal gucken, wie lange er das noch ertragen kann. Und je mehr du von allen verlassen wirst, desto mehr wirst du an dir zweifeln und dich fragen, was du falsch gemacht hast, warum ausgerechnet dir so was passiert, warum immer du, warum nur? Ja, warum nur. Du wirst nicht merken, wie krank du bist, aber deine Wahrnehmung ist jetzt total im Eimer. Wann hast du das letzte mal gelächelt? Ach ja, genau, das war, als du mal wieder ne super krass tiefe Wunde auf deinen Arm gezaubert hast, die mit Sicherheit Wochen braucht, um zu verheilen.

Vergiss den Sommer. Vergiss ihn! Sommer ist der neue Winter, so musst du dich jetzt einkleiden. Aber dir wird eh nicht so warm werden, weil du so viel Blut verlierst. Mal davon abgesehen, hast du zugenommen. Das will doch eh keiner sehen. Traust du dich doch im T-Shirt raus, wird man dich anstarren. Hört dir die originellsten Lästerein und Sprüche an, die du je erleben durftest. Welcome, outsider. Und glaub nicht, dass auch nur irgendwer etwas Gutes darüber denkt. Vergiss es. Du bist hässlich, sieh es ein, du bist hässlich und entstellt. Entstellt von Narben, die andauernd jucken werden, lange jucken werden. Du brauchst keinen Mückenstich, um an ihm rum zu kratzen und du wirst manche Narben verfluchen. Meistens sind es die, auf die man besonders stolz war. Aber hey, du hast deinen Körper doch eh zerstört und du wirst ihn noch weiter zerstören. Nicht mehr lange und du findest dich entweder bei Psychologen, in der Klapse oder unter der Erde wieder. Und selbst dann wird es dich noch begleiten. ewig begleiten.

Du wirst dich für Leute interessieren, die dir unsympathisch sind. Und du wirst nicht merken, dass du oberflächlich geworden bist, oberflächlicher als alle anderen, auch wenn du dich für noch so tiefgründig hältst. Nein, die Menschen hast du jetzt in gut und böse eingeteilt und zählst nur unglückliche, kranke Leute zu den Guten, denn die sind jetzt dein neues Ideal. Ja, du bist richtig oberflächlich, du kannst an nichts anderes mehr denken als an DAS! Und du wirst umso einsamer und einsamer und deine ach-so-endlose Verzweiflung wird noch weiter zunehmen. Einsam wirst du werden, ganz allein musst du jetzt mit der bösen, bösen Welt kämpfen und du unterwirfst dich ihnen allen. Jetzt hast du Angst vor jedem, denn du hasst dich. Du hasst sie alle, weil du dich selbst hasst. Und deswegen mag dich keiner mehr.



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