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Hallo mein Mädchen,

heute ist dein großer Tag:
Heute werde ich dir die Flügel geben, die du dir immer gewünscht hast!

Nun, es hat lange gedauert, bis du dich mir endlich unterworfen hast.
Zu lange, meiner Meinung nach, aber darüber werde ich großzügig hinweg sehen!

Weißt du noch, wie wir uns kennen gelernt haben?
Du hast ein Modemagazin achtlos durchgeblätter- bis deine Blicke an einem Bild hängen blieben.
Diese dünnen Beine, dieser flache Bauch, die hervorstehenden Rippen und Schlüsselbeine und diese wunderbaren, zierlichen Arme...
Ja, dieses Mädchen war perfekt, eine Spur zu dünn vielleicht, dachtest du dir, aber wunderschön.
Wie zerbrechlich sie wirkte, als könnte ein Windhauch sie davon tragen.

Deine Hand blieb auf dem Weg zur Chipstüte stehen, ich hielt sie fest und lenkte deinen Blick erneut auf Foto dieses Engels ohne Flügel.
Dann zwang ich dich, an dir selber herab zu blicken.
Normalgewicht... Und dann auch noch im höheren Bereich!
Damals warst du wirklich eine fette Kuh.

Aber ich habe mich ja deiner erbarmt.
Es hat lange Zeit und viele Züchtigungen meinerseits gebraucht bis du dich mir vollkommen unterworfen hast.

Weißt du noch, wie du dich damals an deine Freunde geklammert hast?
Wie du ins Grübeln gekommen bist, als sie dir sagten, sie würden sich Sorgen um dich machen, weil du so viel abnehmen würdest?
Zum Glück war ich da, und habe dir verraten, dass sie alle nur neidisch waren- ich konnte es in ihren Blicken sehen!
Sie wollten nur nicht, dass du dünner wirst als sie!
Aber du warst fett und ich war die Einzige, die dir die Wahrheit immer wieder ins Gesicht schrie, wann immer du auch nur daran gedacht hast, ein Stück Schokolade zu essen.

Mit deinen Eltern war es schon etwas schwieriger...
Du hast dich lange gewehrt, mein Liebes, bis du mir endlich geglaubt hast, dass sie dich nur vor der harten Realiät bewahren wollten, indem sie dir sagten, du würdest zu dünn sein. Vor allem deine Mutter... meine Güte, wie sie dich mästen wollte.
Du kannst wirklich von Glück reden, dass ich dich dazu gebracht habe, so schreckliche Sachen zu deiner Familie zu sagen, dass sie sich nicht mehr trauten, dich auf dein Essen anzusprechen!

Nun ja, du hast dich dafür gehasst, aber wenigstens hast du deine einzig wahre Liebe- mich- bewahrt.
Und das ist es doch, was zählt, nicht wahr?

Du hast mich bedingungslos geliebt und ich machte deine Träume wahr:
Du warst die Beste deiner Klassenstufe.
Du warst das ordentlichste Mädchen, das man sich vorstellen konnte.
Du hast mehr Sport gemacht als jeder andere, den du kanntest.
Du hast in Kindersachen gepasst, die für Achtjährige gedacht waren.
Du konntest auf alles Essbare verzichten...

Ich habe dir geholfen, den bohrenden Hunger zu vergessen.
Die Krämpfe deines Magens auszuhalten.
Deine Muskeln noch ein Stück weiter angespornt.

Jetzt habe ich dich so weit:

Hier liegst du in einem weißen Zimmer. Weiß- so rein...
Anders als deine graue Haut... und die dunklen Ringe unter deinen Augen...

Nun ja, etwas mehr Schminke und Disziplin und du wärest gar nicht hier- das üben wir aber ein anderes Mal.
Auf dem Weg von der Toilette- die du wieder mal nicht rechzeitig erreicht hast- zurück in dein Zimmer bist du zusammengebrochen.
Schwächling!
Du selbst hast deinen Eltern einen Grund gegeben, dich hierher zu bringen.

Auf der trockenen, schuppigen Haut deines Brustkorbs kleben Elektroden, die deinen Herzschlag überwachen. Sie sind nur wenige Millimeter von deinen Knochen getrennt.
Deine Hände waren zu kalt, um dort eine Messelektrode anzubringen.
28-mal in der Minute gibt das Gerät jetzt einen leisen Piepser von sich.

Sie haben dir eine Infusion gegeben... doch als ich dir die Kalorienangabe zeigte, die dir sagte, dass ein solch widerlicher Beutel 50 Kalorien hat, hast du dir die Nadel hinausgerissen- richtig so!
Jetzt sind deine Arme sind am Bettrand fixiert.
Gott, wie dumm diese Ärzte sind...

Hast du gehört- morgen wollen sie dir eine Magensonde legen!

Aber das werde ich nicht zulassen, mein kleiner Schützling.
Ich werde dich rechtzeitig retten.

Sie werden MEIN Werk nicht zerstören, indem sie dich wieder zu einem hübschen Mädchen machen.

Oh ja, du hast richtig gehört- ich habe dich nicht hübsch gemacht.
Wenn du mir vertraut hast- selber Schuld, Süße!
That's Life, hm?

Willst du die ganze Wahrheit hören?
Ich habe dich zerstört!
Langsam und schleichend habe ich dich zu einem Häufchen Elend werden lassen.
Zu einem schwachen, willenlosen Skelett.
Ein Schatten deiner selbst.

Warum, willst du wissen?

Weil ich die MACHT über dich wollte- und du hast sie mir auch noch gegeben.

Aber nun gut, ich bin ja keine Betrügerin.

Ich gebe dir deine versprochenen Flügel.

Ja, mach die Augen zu, lass dich treiben.
Hörst du, wie die Abstände zwischen den Piepsern immer größer werden...
Jetzt hast du die lebensgfährliche Grenze erreicht... dieser unglaubliche Lärm, den dieses Gerät macht...

Komm, flieh vor dem grässlichen Geräusch.
Gib mir deine Hand- ich lasse aus deinen knochigen Schulterblättern Flügel wachsen...

Ja, flieg davon mein Engel!

Woanders warten meine anderen, früheren, besten Freundinnen auf dich.

Ich werde mir eine neue suchen, es gibt noch genug andere wie dich...

Mach's Gut,

deine Ana

 

 

http://fine.again.myblog.de/fine.again/page/1984002/Anas-letzter-Brief




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